| Informationen
für unmittelbar Betroffene und Bezugspersonen (z. B. Eltern, Pflegeeltern, Geschwister, LehrerInnen, ErzieherInnen)
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Aus: Selma: Ein Computer-Adventure aus
dem richtigen Leben. "Sexueller Mißbrauch ist immer dann gegeben, wenn ein Erwachsener ein Mädchen oder einen Jungen als Objekt eigener sexueller Bedürfnisse benutzt. Kinder und Jugendliche sind nicht in der Lage, sexuellen Beziehungen zu Erwachsenen wissentlich zuzustimmen. Ihr Kenntnisstand und ihre gefühlsmäßige Entwicklung läßt das nicht zu. Auch wenn ein Mädchen oder ein Junge sich scheinbar aktiv beteiligt, liegt die Verantwortung für die sexuelle Tat immer beim Erwachsenen." |
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| Wo fängt
sexuelle Gewalt an? Sexueller Mißbrauch an Kindern fängt bei heimlichen, vorsichtigen Berührungen, verletzenden Redensarten und Blicken an; er reicht über Kinderpornographie bis hin zur oralen, vaginalen oder analen Vergewaltigung. In vielen Fällen, gerade bei sexuellem Mißbrauch innerhalb der eigenen Familie, ist es für Außenstehende schwierig, die Grenze zwischen liebevoller Zärtlichkeit und sexuellen Übergriffen zu bestimmen. Entscheidend sind die Normen, die in einer Familie herrschen und die Gefühle des Kindes in der jeweiligen Situation. |
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| Wer sind
die Täter? Zwischen dem Täter und dem Opfer besteht fast immer eine persönliche Beziehung, die für das Kind durch Vertrauen, Abhängigkeit und Zuneigung gekennzeichnet ist. Täter kann z. B. der Vater, die Mutter, der Onkel, der ältere Bruder, der Lehrer, der Erzieher, der Stiefvater sein. Die Beziehung zwischen Täter und Opfer ist - etwa durch Verwandtschaft - von vornherein vorhanden, oder sie wird vom Täter aufgebaut und bildet dann die Ausgangsbasis für sexuelle Übergriffe. In wenigen Fällen ist der Täter ein vollkommen Fremder. Entsprechend der Machtverteilung, die in unserer Gesellschaft zwischen den Geschlechtern besteht, sind die meisten Täter männlich und die meisten Opfer weiblich. |
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| Welche
Folgen hat sexuelle Gewalt? In Form von einseitiger Sensationsberichterstattung wird die Öffentlichkeit über auffällige Folgen von sexueller Gewalterfahrung in der Kindheit informiert, z. B. Drogenabhängigkeit, Prostitution, Selbstmordversuche usw. Man erfährt aber zuwenig über andere, eher verborgene, psychische Folgen. In allen Schilderungen betroffener Mädchen finden
sich Gefühle von Vetrauensverlust, Sprachlosigkeit,
Zweifel an der eigenen Wahrnehmung, Schuld und Scham,
Ohnmacht und Angst. Als Reaktion wenden Mädchen, Gewalt
eher gegen sich selbst als gegen andere an. Dies zeigt
sich beispielsweise durch Rückzug und Schweigen, Lügen,
Selbstverletzung, Eßstörungen, geringes Selbstbewußtsein. Dazu aus der Broschüre des Stadtjugendamtes München:
Sexuelle Gewalt gegen Mädchen und Jungen, Informationen
und Adressen, Stand Mai 2000: |
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| Wohin
kann ich mich wenden? ... (Information, Beratung,
Unterstützung) ... wenn ich sexuelle Gewalterfahrung gemacht habe ... wenn ich mich in einer Gewaltsituation befinde ... wenn ich von sexueller Gewalt weiss oder darüber informiert werde Es gibt mittlerweile eine Reihe von Anlauf-
und Beratungsstellen, bei denen Sie Beratung
und Hilfe finden können. Hier einige Hinweise,
wie Sie diese Stellen erreichen! Unter Stadt... oder Kreis...
Beim Jugendamt erfahren Sie nicht nur
Adressen von Beratungsstellen, oft kann Ihnen das
Jugendamt auch selbst helfen. Sprechen Sie mit den
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, auf Wunsch auch anonym.
Viele Städte haben auch eine Erziehungsberatungsstelle,
die Sie ebenfalls unter der Rubrik "Stadt"
finden.
Auch viele Stellen des Deutschen
Kinderschutzbundes bieten Beratung bei sexuellem
Mißbrauch:
Weitere verschiedene Stellen helfen Ihnen bei Fragen
zum sexuellen Mißbrauch oder anderen Problemen:
In jedem Polizeipräsidium in den bayerischen Regierungsbezirken gibt es eine Beauftragte für Frauen und Kinder, die Sie ebenfalls beraten und mit Ihnen weitere Schritte überlegen kann, auf Wunsch auch anonym. Die Namen und Telefon-Nummern finden Sie im Infopool unter Adressen. Gegen eine Bearbeitungsgebühr können Sie eine Liste von Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen bestellen bei: DONNA VITA Fachhandel Sie können sich auch an folgende Vereine und
Organisationen wenden, die hilfreich für Sie sein können:
Adressen siehe Infopool-Adressen Um möglichst praxisnah wirksam zu sein, wurde ZISSG in Zusammenarbeit mit FachexpertInnen in ausgewählten bayerischen Landkreisen und Städten entwickelt und erprobt. Dies waren die Städte bzw. Landkreise: Rosenheim, Günzburg, Neuburg-Schrobenhausen. Folgende Einrichtungen arbeiten im Landkreis Rosenheim im Bereich "Prävention gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen": Gleichstellungsstelle Stadt Rosenheim Gleichstellungsstelle Landkreis Rosenheim Weitere wichtige Anlaufadressen in Stadt und Landkreis Rosenheim zum Thema "Sexuelle Gewalt" (siehe auch unter Infopool - Adressen): Amt für Kinder, Jugendliche und Familien,
Allgemeiner Sozialdienst (ASD) Beauftragte für Frauen und Kinder im
Polizeipräsidium Oberbayern Die Adressen der Beauftragten für Frauen und Kinder in den anderen bayerischen Regierungsbezirken finden Sie unter Infopool - Adressen - Anlaufstellen in ausgewählten Landkreisen Behindertenbeauftragte von Stadt und Landkreis
Rosenheim Beratungsstelle des Kinderschutzbundes zum
Thema Sexueller Missbrauch bei Kindern Erziehungsberatungsstelle der Caritas
Rosenheim Frauen- und Mädchennotruf Rosenheim e. V. Kinderschutzbund Kreisverband Rosenheim Kinder- und Jugendtelefon Landratsamt Rosenheim, Kreisjugendamt,
Allgemeiner Sozialdienst
Ambulante Therapie von erwachsenen Opfern
sexueller Gewalt Psychologischer Pschotherapeut, Paar- und
Sexualtherapie Staatlich anerkannte Beratungsstelle für
Schwangerschaftsfragen, Sozialdienst kath. Frauen
Landesstelle Bayern e. V., Neu-Ulm Landkreis Neuburg a. d. Donau - Schrobenhausen. Hier gibt es seit 02.11.2000 eine neue Fachstelle gegen sexuelle Gewalt des Landkreises Neuburg-Schrobenhausen. Fachstelle gegen sexuelle Gewalt des
Landkreises Neuburg-Schrobenhausen Siehe auch Infopool - Adressen - Suche nach
Einrichtungen und Personen
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| Wie kann
ich mich/mein Kind vor sexueller Gewalt schützen? Aus: Landeshauptstadt München, Sozialreferat, Stadtjugendamt: Sexuelle Gewalt gegen Mädchen und Jungen. Informationen und Adressen. 1998. Sie als Eltern, Erzieherin und Erzieher können das Kind darin stärken, seinen eigenen Wünschen und Gefühlen zu vertrauen. Beachten Sie den Wunsch des Kindes nach Zärtlichkeit und Nähe. Respektieren Sie genauso die von ihm gewollte Distanz. Ist Ihr Kind seiner Gefühle sicher, kann es Situationen erkennen, in denen es gefühlsmäßig oder sexuell ausgenützt wird. Ein selbstsicheres Kind kann leichter seine Kräfte mobilisieren, um Gefahren abzuwehren und sich Hilfe zu holen. Für das tägliche Miteinander in der Familie und bei Gesprächen mit Ihren Kindern können Ihnen folgende Hinweise und Botschaften behilflich sein: "Du darfst bestimmen, wie, wann, wo und von wem Du angefaßt werden willst. Du hast das Recht, 'Nein' zu sagen, zu allen, die Dich auf eine Art berühren, die Dir nicht gefällt. Du hast das Recht darauf, alleine zu baden oder zu schlafen. Wenn irgend jemand von Dir angefaßt werden will oder Dich in einer Art anfaßt, die Dir nicht gefällt oder Dir Angst macht, dann darfst Du Dich dagegen wehren. Dein Körper gehört Dir, Du bist wichtig!" "Berührungen sind für jeden Menschen wichtig.
Liebevolle, angenehme und zärtliche Berührungen fühlen
sich gut an. Einige Berührungen passen nicht zu Deinem
Gefühl und sind irgendwie komisch, ohne daß Du sagen
kannst, warum! Einige verwirren Dich, wie z. B. zu lange
und zu feste Umarmungen. Manchmal nutzen Erwachsene
Kinder aus: Sie wollen Dich berühren, ohne darauf zu
achten, wie Du Dich fühlst. Es kann ein älterer Freund
oder auch ein Verwandter sein, der Dich auf eine Art anfaßt,
die für Dich nicht in Ordnung ist. "Es gibt Geheimnisse, die Spaß machen, z. B.
Geburtstagsüberraschungen. Es gibt aber auch
Geheimnisse, die Dir Bauchschmerzen oder unangenehme Gefühle
bereiten. Sogar wenn Du versprochen hast, nichts zu erzählen:
Solche 'schlechten' Geheimnisse darfst und sollst Du
weitersagen. Was können Sie tun, wenn Sie erfahren, daß ein Kind von sexueller Gewalt betroffen ist?
Vielleicht ahnen oder wissen Sie von einer sexuellen Gewalthandlung in Ihrer näheren Umgebung oder Sie sind selbst davon betroffen. Wenn Sie dem Kind helfen, stellen sich Ihnen möglicherweise folgende Probleme:
Das Abwägen von Handlungsmöglichkeiten sowie das Lösen solcher Konflikte ist schwierig. Probleme dieser Art sollten Sie mit Personen Ihres Vertrauens besprechen. Bitte wenden Sie sich an eine Beratungsstelle in Ihrer Umgebung. Hier erhalten Sie Unterstützung und Hilfestellung. Siehe auch unter Infopool - Adressen - Suche nach Einrichtungen und Personen. Das sollte Sie über die Rechtslage wissen: siehe hierzu ExpertInnen-Rechtslage
Es empfiehlt sich, in jedem Fall solche Angebote zu wählen, die bereits längere Zeit erprobt sind und von erfahrenen Kursleitern durchgeführt werden. Aus:Gewalt. Hingucken, einmischen, anzeigen. Tips und Adressen für Opfer, Zeugen und sonstige Betroffene in Bremen. Hrsg.: Gesundheitstreffpunkt (e. V.) West, Gröpelinger Heerstr. 120, 28 237 Bremen, S. 29 ff "Selbstverteidigungskurse für Mädchen und junge Frauen mit Behinderungen sind eine grundlegende Möglichkeit für das Erlernen von Grenzsetzungen auf physischer und psychischer Ebene. (...) Selbstverteidung für Mädchen mit Behinderungen zu organisieren und durchzuführen, benötigt mehr Trainerinnen und kleinere Gruppen. Solche Kurse sind also teurer und brauchen mehr Zuschüsse. Doch Selbstverteidigungskurse dienen nicht dazu, den Mädchen und jungen Frauen die Verantwortung dafür zu übergeben, sich in allen Situationen selber wehren zu müssen. Die Einrichtung hat gleichzeitig ein Klima zu schaffen, daß es den Mädchen ermöglicht, die neu erworbenen Kenntnissse auch anzuwenden." (...) (Tina Kuhne 1999, S. 245) Anbieter von Trainings sind im Infopool herauszulesen. Fragen sie darüber hinaus bei der Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle nach oder bei einer Beratungsstelle in Ihrer Stadt oder Landkreis. (vgl. Anlaufstellen) |
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| Literatur,
Medien und andere Arbeitshilfen Broschüren für Pädagoginnen, Pädagogen und Eltern
Vorstellung weiterer Literatur im Infopool Auch hier werden weitere Eintragungen aufgrund von
Befragungsergebnissen bei ExpertInnen und PraktikerInnen
in den nächsten Wochen und Monaten folgen. |
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